Dienstag, 5. August 2008

We are on the road again...

So, wir haben es geschafft. Autochen ist wieder fit und wir haben es gleich mal extremen Bedingungen ausgesetzt indem wir einen Nationalpark unsicher gemacht haben. Strassen mit 12 Prozent Steigung, ueberflutete Wege, Matsch und bittere Kaelte bei Nacht, es hat alles ueberstanden.
Unser Ziel war dieses mal der Eungella-Nationalpark, der eigentlich ein sehr kleiner, aber doch sehr huebscher Park ist und in dem wir ein paar Regenwaldspaziergaenge gemacht haben.
Da kann man wirklich die tolsten Dinge entdecken und es ist ein auesserst seltsames gefuehl, wenn man um eine Kurve kommt und da haengt eine fette, faule, ca 1,50 meter lange Echse auf einem Baumstamm rum. Also so ganz geheur war mir das ja nicht, aber als ken sie mit unserem Foto belaestigt hat, hat sie sowieso relativ schnell, mit Echsen-Watschel-Beinrumwerf-Schritt das Weite gesucht.
Ansonsten sind natuerlich auch noch viele andere seltsame Viecher rumgeflogen, gekrochen und haben einen mords Laerm gemacht (die Voegel sind hier alle echte Kreischer).
Nach einem wunderbaren Spaziergangtag sind wir dann auf einen Caravanpark gefahren, der uns von der Informationsdame in der Stadt empfohlen wurde. Sie meinte der besitzer waere ein "real character".
Dem war in der tat so: Wazza (was soll man schon zu diesem Namen sagen...) ist so um die 70, hat sich im regenwald sowas wie eine huebsche kleine Hippiekommune zurecht gewurschtelt und raucht morgens um 8 Uhr seinen ersten Joint (am ganzen tag sind es mit sicherheit um die 10 Stueck).
Er verlaesst sein Camp nur alle 6-8 Wochen um in die Stadt zu fahren und "Einkauefe" zu machen, von denen wir uns schon genau vortstellen konnten, welcher Art die sind. In diesem Camp haben wir ein deutsches Paarchen kennen gelernt, die kurzzeitig fuer Wazza arbeiten und das Maedel musste mit ihm in die Stadt fahren. Sechs Stunden waren sie einkaufen und weil der arme Wazza am Ende total fertig war von so viel Zivilisation hat er auf der einstuendigen Rueckfahrt gleich mal 3 Flaschen Bier am Hals gahebt; waehrend dem Fahren natuerlich, is ja klar;)
Aber man muss sagen, dass sein Camp wirklich ein paradiesischer Ort war, mitten im Regenwald, ein wunderschoenes Fluesschen vor der Vantuer, Wahnsinns-Atmosphaere (vielleicht war ich nach einer Zeit aber auch einfach nur passiv high).
Wir haben uns dort dann mal richtig locker gemacht und versucht den ganzen autostress los zu werden.
Zu diesem Zweck haben wir uns dann auch mal an den Platypus-Teich begeben, wo man angeblich hin und wieder ein paar Platypusse (Schnabeltiere) rumschwimmen sehen kann. Das Wasser war wirklich sehr klar und leider auch bitterkalt. Ich habe nur mal kurz meinen grossen Zeh reingehalten und beschlossen, dass das schon zuviel war. Ken stattdessen wollte unbedingt eine Runde in dem ca. 13 Grad kalten Nass drehen und ist langsam und vor sich hinjammernd reingestakst. Das ganze auch noch splitterfasernackt, weil er die Badehose trocken lassen wollte (wir hatten natuerlich unser Badehandtuch vergessen). Es hat bestimmt 10 Minuten gedauert bis er ueberhaupt drin war und nach zwei Runden Schwimmen auch nicht viel laenger als er beschlossen hatte wieder rauszukommen weil ihm, laut seiner Aussage, gewisse Koerperteile schon fast bis in die Bauchhoehle hochgekrochen waren. Also kam er schliesslich koeniglich wie Triton hoechstpersoenlich aus den Fluten gestiegen.... Doch ploetzlich: Kindergeschrei, von Ken nur noch ein "oh, oh,oh,oh!!" und platsch platsch platsch war er schnell wieder ins eisige Nass zurueck gehoppelt, weil gerade eine froehliche Kinderschar um die Ecke kam, um den Platypus anzuschauen. Was sie fanden war nur ein langer, nackter Ken, der noch weitere 10 Minuten im Wasser rumduempeln musste, bis die Kinder entschieden hatten, dass das nicht ganz das war war sie wohl erwartet hatten.
Ich habe waehrenddessen schoen in der Sonne gesessen und mich fast nicht mehr eingekriegt vor lachen, obwohl ich, als immer frierendes Wesen, wirklich grosses als Mitleid mit ihm hatte.
Waehrend dieses Abenteuers muss er sich wohl auch irgendwann eine Zecke im Bauchnabel eingefangen haben, die hier in Australien jedoch nicht giftig sind (also das haetten sie ja rein theoretisch dann auch noch mitnehmen koennen...)
Die letzte nacht haben wir dann an einem Strand uebernachtet und unsree grosse Leidenschaft fuer Feuer machen entdeckt. Es ist doch ein sehr erhebendes Gefuehl, wenn man aus ein paar bloeden Aestchen und einem Feuerzeug ein waermendes Feuer basteln kann.
Besonders amuesant dort die Kookaburras (das sind die, die so geisteskrank "lachen"), die dort Wegelagerer-maessig auf den Bauemen rumsitzen und nur auf Menschen warten, die sie fuettern. Wenn man ihnen dann Brot reicht, denn sie fressen gerne vornehm aus der Hand, werfen sie wie wild ihren Kopf hin und her, klatschen dabei das boese Brot auf dem Boden auf als ginge es um ihr Leben, bis es dann endlich verspeist wird. Da wir dieses Verhalten sehr seltsam fanden und schon dachten das waere eine schwere Form von Vogeldepression, haben wir uns mal kundig gemacht und dabei herausgefunden, dass diese Voegel eigentlich in erster Linie Fleischfresser sind. Und weil hin und wieder auch gerne mal eine kleine Schlange oder eine Spinne auf dem Speiseplan steht, muss diese natuerlich erst einmal ordentlich erschlagen werden. Leider sind sie dann aber doch nicht intelligent genug zu erkennen, dass das Brot schon lange tot ist, oder besser gesagt noch nie gelebt hat und deshalb wird auch hier geklatscht was das Zeug haelt. Ach ja, was man hier erlebt, ist manchmal tausendmal besser als fernsehen und seit gestern sind die Kookaburras meine neue Lieblingsvoegel, weil sie nicht nur bescheuert lachen, sondern auch bescheuert essen, was sie meiner Meinung nach aeusserst sympatisch macht:)

Heute sind wir dann wieder in einer groeseren Stadt, Rockhampton angekommen, was nach so viel Natur immer ein groesserer Kulturschock ist.

So ich muss jetzt mal Schluss machen, ich sitze in der Bibliothek und nutze Internet umsonst, bin jetzt aber schon ein bischen ueber die Zeit und werde schon ganz ungehoerig vom Bibliothekar angefunkelt;)
Bis bald
isi und die beinahe-erfrorene Wasserratte Ken;)

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