Mittwoch, 4. Juni 2008

Sprung nach Adelaide

hello everybody,
wir haben unsere erste Etappe geschafft und melden uns nun aus Adelaide!! Nachdem wir zwei bitterkalte Naechte in Avoca hatten (man das war echt schweinekalt...ich hatte am naechsten tag etwas das wie Sonnenbrand aussah, aber weil das nicht wirklich sein kann, haben ken und ich beschlossen, dass es nur ein gefrierbrand gewesen sein kann;)), sind wir am naechsten Tag nach einer relativ unspektakulaeren Strecke in Robe angekommen. Das ist ein sehr kleines Fischerdoerfchen mit einem echt supertollen Campingplatz. weshalb wir bei ganz wunderbarem Wellenrauschen eingeschlafen sind. Aber es war gott sei dank nicht so kalt, wir hatten morgens lockere 9,5 Grad draussen, 13 im Van; das waren echt Peanuts zu den Naechten vorher. Mit frisch ausgeschlafenen Hirnen gings dann am naechsten Tag nach Hahndorf, einem kleinen deutschen Dorf vor den Toren Adelaides, das angeblich die aelteste deutsche Gemeinde in der australischen Geschichte ist. Da haben wir erstmal ordentliches Brot gekauft. ich will ja nicht jammern, aber diesen australischen, matschigen Baeh-Toast kann ich echt nicht mehr sehen. das ist eine Vergewaltigung der Geschmacksnerven.
naja, zurueck zum Thema. Auf der Suche nach einem geeigneten Campingplatz haben wir uns dann vollkommen in den Bergen verfranst und sind nach viel Rumgegurke (und ich gebs ja zu mit viel Gefluche meinerseits, denn ich war an diesem tag der Fahrer) in Mt. Barker gelandet, wo wir einen guenstigen Platz ausfindig machen konnten. Tja und heute morgen haben wir dann noch die 30 Kilometer nach Adelaide hinter uns gebracht. Die Adelaider haben luxurioeserweise einen Campingplatz direkt in der City, was uns auch die 30 Dollar pro Nacht wert war. heute waren wir jedenfalls zu Fuss den ganzen Tag in der etwas verschlafenen City unterwegs und haben uns mit noch mehr Lebensmitteln eingedeckt. Echt, mit unserem Proviant koennten wir inzwischen auch eine Expedition zum Mars unterstuetzen. Aber besser in den Grosstadten kaufen, als in den kleinen Nestern, denn da gehen die Preise fuer alles aufs Dopplete und Dreifache hoch, weil es so viel Geld kostet es dorthin zu transportieren. Das glaubt man allerdings erst wirklich, wenn man mal hier eine laengere Strecke gefahren ist. Kilometer um Kilometer nichts, nichts und gar nichts, also keine Staedte, das Tollste was passieren kann ist mal eine Nottankstelle mit zwei Haeusern (das bekommt dann auch sogar einen eigenen Stadtnamen...:) Und uns wurde immer wieder gesagt, dass es im 'roten herzen", also in der Mitte Australiens, noch tausendmal schlimmer wird. Ha, das hoert sich danach an, als ob "Ich sehe was, was du nicht siehst" eine Wiederbelebung erfahren wird.

Nun ja, uns rennt gerade das Geld durch den Computer und die Zeit lauft ab. Es gibt auf jeden Fall ein paar Bilder zum Anschauen und ansonsten sagen wir byebye bis bald:)

Sonntag, 1. Juni 2008

KALT!!

Hier werden gerade Kindheitsvorstellungen aufs Grausamste zerstoert! Ich habe mein ganzes unschuldiges Leben lang immer gedacht, dass es in Australien immer warm ist, die Sonne sogar nachts scheint und alle immer kurze Hosen tragen. Ha, falsch gedacht! Wir haben auf dem Gelaende von Ren und Noel unsere erste Nacht im Van verbracht, und ich moechte mal anmerken, dass wir fiese 0 Grad hatten und relativ gefroren haben. Relativ, weil ich ja nachts ein formidabler Heizofen bin (und dafuer den ganzen restlichen Tag friere; da ist doch auch irgendwie was falsch verkabelt...) und Ken dafuer ein lebender Eisklotz. D.h., er hat gebibbert wie bescheuert und hat daraufhin beschlossen sich an mir zu waermen, was fuer mich wie eine Todes-Eis-Starre war. Aber ansonsten ist unser Van feiner Ort zum Schlafen, wirklich bequem.
UND ich habe endlich ein paar Vanbilder hochgeladen und habe versucht sie so gut wie moeglch zu kommentieren.
Im Moment bauen ken und Noell gerade noch viel tollere Sahen ein, z.B. ein selbstgbautes Umschaltegeraet, das von der Autobatterie auf eine Ersatzbatterie umschaltet, wenn es merkt dass es zu knapp wird. Ausserdem hat Noel ein paar Lampen gebaut (ja, selbst gebaut), die wir abends mit der zweiten Batterie betreiben koennen.
Dann haben wir auch noch zwei kleine Pfeifgeraetchen bekommen, die vorne am Auto installiert werden und die Kaenguruhs und anderes Getier vorwarnen, wenn wir im Dunkeln unterwegs sind. Das macht irgendwei einen hochfrequenten Ton, den nur die Tiere hoeren koennen. Weil die sind manchmal ein bischen dumm und spingen ohne Vorwarnung auf die Strasse - tataaaaaa - und werden vom naechstbesten Auto umgemaeht. das ist nicht nur schade fuers Kaenguruh, sondern auch fuer das Auto, wenn man bedenkt, dass ein ausgeklapptes Kaenguruh hier 2 Meter gross sein kann. Also: phantastische Pfeifdinger!!
Im MOment sieht der Van jedenfalls wie eine grosse elektrische Baustelle aus mit tausend Kabeln und Gedoens, echt wahnsinn. Ich glaube wir werden den elektrischsten Van aller Zeiten haben.
So dann schaut euch mal schoen die Bilder an (wahrscheinlich wird euch das alles auf den Fotos gar nicht so wunderbar vorkommen, aber in natura ist es das:)
Bis bald!!

P.S. Ich habe vernommen, dass sich inzwischen sogar Biologen auf meine Seite durchgeschlagen haben (was mich sehr freut) Hallo Herr Schroth:) ich werde mich bemuehen viel ueber Fauna und Flora zu berichten:)

Freitag, 30. Mai 2008

Lustig ist das Zigeunerleben, faria, faria, ho.

Brauchen dem Kaiser kein Zins zu geben,
faria, faria, ho.
Lustig ist es im Grünen Wald,
wo des Zigeuners Aufenthalt...
faria,faria, faria,faria, faria,faria, ho.

Soll´t uns einmal der Hunger plagen, faria,faria, ho.
Tun wir uns ein Hirschlein jagen, faria,faria, ho.
Hirschlein nimmt dich wohl in Acht,
wenn des Jägers Büchse kracht... *sing*

Und so weiter und so fort. Ja ich bin schon in bester "Los gehts"-Stimmung und habe vor lauter Uffreschung seit 2 Wochen keine Nacht mehr gescheit geschlafen. Ken meint ich wuerde nachts im Bett rotieren wie ein Spanferkel am Spiess, was ich ihm auch glaube, weil ich morgens immer halb stranguliert von Decke und Schlafanzug aufwache.
Aber selbst der Schlafentzug kann meine Aufbruchsstimmung und meine Freude nicht schmaelern.
Ken ist da zu Zeit etwas nuechterner, aber das haengt wahrscheinlich daran, dass er sich Tag und Nacht damit beschaeftigt, welche neuen tollen Gimicks er noch ins Auto einbauen kann (ich meine, ich habe inzwischen eine fest installierte Steckdose an meinem Beifahrersitz, wo ich Handy und Fotoapparat aufladen kann...*augenbrauenhochzieh* Echt krass)
Wenn er nicht damit beschaeftigt ist zu arbeiten oder kopfueber im Van zu stecken ist er bei seinem neuen Kumpel. Als er in den letzten Wochen mal wieder in maennlicher Mission fuer irgendwelche Schrauben fuer irgendwas unterwegs war, ist er bei einer Werkstatt eingetrudelt und hat sich dort gleich mit dem Chef angefreundet. Der ist ein deutschstaemmiger Libanese mit australischer Niederlassung und heisst Bob ;) Und weil der Bob den Ken so mag, bekommen wir da irgendwie alles total guenstig, z.B. einen Service Check fuer 110 Dollar (der eigentlich 250 kostet). Dann brauchten wir neue Reifen. Es war aber zu teuer Neue zu kaufen, deshalb haben wir gute Gebrauchte von Bob bekommen. Leider folgte am Tag darauf ein Plattfuss und Ken ist gerade wieder hingefahren. Deshalb haben wir jetzt zwei niegelnagelneue Reifen vorne fuer den Einkaufspreis fuer 160 Dollar (ich weiss nicht ob 80 Euro wenig ist fuer zwei neue Reifen, aber hier ist das wohl sehr phantastisch)
Gerade im Moment ist Ken schon wieder in der Werkstatt, denn der Motor vom Van wird neu eingestellt, sodass wir sehr sehr viel Sprit sparen werden! Und: kost uns nix, macht ein Kumpel vom Bob ;)
Ja ist schon lustig und ich weiss einige von euch brennen auch schon auf Bilder vom Van (ruhig Blut, Papa:), aber ich will ihn euch erst praesentieren, wenn alles fertig eingepackt ist und huebsch aussieht. Das Beladen findet heute nachmittag statt, aber ich moechte mal sagen, bei meiner Aufbruchsstimmung duerfte das nicht laenger als fuenfeinhalb Minuten dauern. Ich sehe mich schon mit einem Berg von Campingutensilien, Klamotten und Kanistern aus dem Haus sprinten.
Und dann, ich verspreche es, gibt es endlich Bilder!!
Was ich euch jetzt schon mal anbieten kann, ist unsere Strecke, die wir zurueck legen werden:

australia-map

Logischerweise gehts in Melbourne los und dann in Pfeilrichtung weiter (die Strichelchen unten stehen fuer eventuell Tasmanien und die rechts fuer auf jeden Fall Neuseeland;)
Alles in allem sind es etwa 11.000 niedliche Kilometer, die uns erwarten. Puh, das ist etwas ueber das man am besten gar nicht so lange nachdenkt;)
Auf jeden Fall sind wir mit zwei Wasserkanistern, einem Benzinkanister, literweise Oel (ja wir verlieren immer noch...), Extrareifen, einer sehr guten Autoversicherung , einer Mitgliedschaft beim australischen ADAC (RACV, fuer die die es interessiert) und einem sehr grossen, scharfen Kuechenmesser sehr gut ausgeruestet, um all den australischen Gefahren und Heimtuecken zu trotzen.
(Fuer Mama: Weiterlesen verboten;)
Man hoert ja wirklich die Schlimmsten Sachen von daemlichen Touristen, die in der Wueste verdurstet, von Krokodilen verspeist, von Spinnen vergiftet und von Wegelagerern ausgepluendert und ermordet wurden. Aber mal ganz im Ernst: die muessen teilweise auch echt bescheurt gewesen sein. Klar, sehen die Gewaesser in Australien alle unheimlich schoen und einladend aus, aber wenn da ein grosses Schild steht :Achtung Krokodile, hier nicht baden", was wuerdet ihr tun?!;)
Hier ist halt schon alles ein bischen anders und vor allem giftiger, aber wenn man es nicht herausfordert, passiert auch nix.
Wenn mich allerdings ein Koala tot schmusen moechte, kann ich dazu leider nicht nein sagen, dass das gleich mal klar ist!!

Grundsaetzlich brauch man sich also keine sorgen zu machen, man muss immer nur schoen das machen, was auf Schildern steht und die Einheimischen empfehlen und dann is alles gut.

Also morgen nachmittag gehts dann los und ich denke ich werden dann nicht mehr ganz so oft schreiben koennen, werde aber natuerlich mein Bestes tun um euch auf dem Laufenden zu halten. Unsere erste Station ist jedenfalls wieder Ren und Noel in Avoca, weil die Maenner da noch irgendwelche Phantastischkeiten ins Auto bauen muessen. Da kann ich dann hoffentlich auch die Van-Bilder hochladen.

Also dann, macht es gut und bis bald
isi

Dienstag, 20. Mai 2008

...

Bilder von kens geburtstag sind im Nachtleben-Ordner angekommen. Ja, das war ein sehr alkoholischer Spass ;)

Montag, 19. Mai 2008

Die beste Dan Murphy's Geschichte...

muss ich euch noch erzaehlen. Immer wenn ich von einer langen Schicht nach Hause komme, kann ich grundsaetzlich nicht gut schlafen. ich traueme die ganze Nacht, dass Kunden an meinem bett stehen und bedient werden ollen. Ich sage dann immer (und oft genug plappere ich auch wirklich vor mich hin) "Aber ich muss doch auch irgendwann mal schlafen, geht doch einfach an die naechste Kasse" (ob ich damit Ken meine...;))) Und dann wundere ich mich warum die alle an meiner Kasse stehen, wenn ich doch das "register closed" schild aufgestellt habe. das geht dann stundenlang so und ich bin weder wach noch schlafe ich, ganz furchtbar.
Ich habe das jetzt unter groessten Peinlichkeitsgefuehlen meiner Grosscousine Lauren erzaehlt, die ja auch fuer Dan Murphy's arbeitet.
Sie schaute mich daraufhin nur mit einem vollkommen ausdruckslosen Gesicht an und meinte: "Ist das alles?! Nach einer 8-Stunden-Schicht an der Kasse, sitz ich nachts schlafend im Bett und scanne alles was ich rund um mein Bett finden kann. Dabei entschuldige ich mich unuterbrochen dafuer, dass ich anstatt meiner Uniform einen Schalfanzug trage. Die Leute sagen mir dann aber immer, dass mir der Schlafanzug auch ganz besonders gut steht und dann bin ich wiedre froh und scanne weiter."

ich weiss nicht warum, aber seitdem fuehle ich mich besser ;)
Auf jeden Fall koennte es auch eine wirklich lustige Angelegenheit werden, wenn zwei hoechst aktive, Dan Murphy's gehirngewaschene Schlafwandler unter einem Dach leben, zumal unsree Zimmer direkt nebeneinander sind. Und es muesste wirklich so richtig bescheuert aussehen, wenn man nachts einen Querschnitt durch das Haus machen koennte :)))

So, was gibt es sonst noch. ken hat einen feinen Geburtstag gehabt, was dieses Bidl beweist:

DSC00738

Den Hut hat er sich von mir gewuenscht. Ein wirklich praktisches teil aus Kaenguruh-Leder, faltbar, knickbar, zusammenrollbar und es sieht trotzdem noch genauso aus. Das ist der klassische Hut den man hier immer noch im Outback traegt.
Ansonsten hat ernatuerlich noch viele tolle Sachen von allen anderen bekommen, unter anderem Eintrittskarten fuer ien Australian Football-Spiel, wo wir dann naechsten Samstag hingehen.

Ansonsten gibt es nicht viel Neues; der Countdown lauft halt und wir flitzen von einem Autogeschaeft zum naechasten , um noch die letzten sachen zusamen zu kramen.

So das war es fuer heute schon, hab ja schon das letzte mal genug gelabert. Fuer euch gibt es aber noch ein kleines "Quiz". was moechte uns die folgende Werbung, von der es auch einen phantastischen Werbespot gibt, sagen?

DSC00610

Ja, die Australier haben einen interessanten Humor :))

In diesem Sinne meine Lieben, macht es gut
isi

P.s. ich hab mal im Melbourne ordner planlos ein paar Bilder hochgeladen. Nix spezielles, nur ein paar sachen von hier und da...

Donnerstag, 15. Mai 2008

Aus dem Leben eines Dan Murphy's Girl...

Mir ist gerade aufgefallen, dass ich noch ueberhaupt gar nichts darueber geschrieben habe, wie ich mir so mein taeglich Brot verdiene. Ist ja auch nicht gerade das Spannenste was hier passiert, aber ihr koennt ja auch einfach nicht weiterlesen...;)
Viele haben mich inzischen schon gefragt wie gross der Laden eigentlich ist. Dan Murphy"s gehoert zur Woolworth-Company, der irgendwie alles gehoert, und ist deshalb entsprechend oft im Land anzutreffen. Die Groesse eines einzelnen Stores ist die eines mittelgrossen bis grossen Supermarktes in Deutschland, natuerlich nur mit Alkohol bestueckt: viel viel WEin aus aller Herren Laender, Bier, Spirituosen, Sekt, alles was das Saeuferherz begehrt.

Grundsaetzlich muss ja mal festgehalten werden, dass durch Dan Murphy's die grausamtse Vergewaltigung meines Namens stattgefunden hat. Da die Australier "Isi" nicht aussprechen koennen (uebrigens ein ausserst lustiger anblick, wenn sie versuchen es abzulesen..!), und "easy" (was dem ja klangmaessig sehr nah kommt) nicht als Spitznamen ansehen wollen, haben sie sich flux was Neues ausgedacht:

Picture-203

Ist es nicht furchtbar? Und ich muss dieses Namensshlid tagtaeglich tragen und nervige Fragen zur Herkunft meines Namens ertragen.
Da ist es mir doch um einiges lieber wenn die Australier ihre allgemein gebrauechlichen Kosenamen benutzen. Man ist hier naemlich fuer jeden wahlweise "Darling", "Darl", "Love","Mate" (Kumple, Freund), "Buddie" (auch Kumpel) oder auch "man" (auch fuer Frauen verwendbar...)
Das ist wirklich eine sehr liebenswuerdige Angewohnheit, auch wenn ich seeehr argwoehnisch war als sich zum ersten mal ein aelterer Herr mit "See ya later, darling" von mir verabschiedet hat.
Ein weiteres Faszinosum ist, dass die Australier ein sehr geschwaetziges und mitteilsames Voelkchen sind. Es kann gut passieren, dass man in einen Laden kommt und innerhalb von zwei Sekunden in ein Gespraech mit dem Ladenbesitzer vertieft ist. Diese Strategie kennt man aus unseren gefilden ja eher daher, den Kunden zu einem ordentlichen kauf anzuregen; hier ist es tatsaechlich nur die Lust am Mitteilen. So auch wenn ich an der Kasse stehe: ungefragt erzaehlen mir die Leute wie das Wetter draussen ist, warum sie genau DIESEN Wein ausgewaehlt haben (weil naemlich der Onkel von der Cousine des bruders den das letzte mal beim Barbecue dabei hatte) und wer am Abend so alles zum essen kommt. Meist beenden sie ihre Erzaehlungen mit der Frage wie denn die Geschaefte heute gelaufen sind.
Da der australische Dialekt hin und wieder noch immer wie chinesisch fuer mich klingt (nein, ich werde ihn niiiieeeeemals wirklich verstehen;), kann ich manchmal nur daemlich laecheln und nicken (ich will gar nicht wissen, was ich schon so allem zugestimmt habe...)

Eine der grossten Unarten australischer Supermaerkte ist jedoch, dass die armen Check-out-Chicks, wie man hier liebevoll genannt wird, an den Kassen STEHEN muessen. Nach einer 9 Stunden Schicht kann ich euch sagen, bettelt man foermlich um einen Sitzplatz oder noch besser: einem Bett. und ich will jetzt von niemandem was von strammen Arschmuskeln und Beinen hoeren... es ist und bleibt eine elende Quaelerei!
Natuerlich traegt man auch bei Dan murphy's eine Uniform (die Australier sind genauso uniformenverliebt wie die englaender - o Wunder), schwarze Hosen und Schuhe, blaues Hemd, roter Schal oder rote Krawatte und natuerlich das leidliche Namensschild. Aber ich denke wir haben mit der Uniform noch Glueck gehabt; Safeway (sowas wie der Toom) traegt naemlich ein traumhaft haesslisches Kotzgruen.

Natuerlich sind wir tagtaeglich Opfer von Dieben und Junkies, die aus Spass klauen oder einfach kein Geld haben sich die alkoholischen Leckereien ehrlich zu erstehen.
So haben wir viele, teils sehr lustige Diebe, die immer wieder kommen und denken sie koennten voellig ungestoert irgendwas mitgehen lassen. Ne klar, bei 50 Ueberwachungskameras nur auf der Verkaufsflaeche hat man da ja auch schon ganz gute Chancen. Im Mitarbeiterraum haben wir deshalb eine ganze Tafel mit lustigen Bildchen von all unseren Uebeltaetern, waehrend sie das tun, was sie am besten koennen. Und da man die wirklichen Namen nur selten kennt, gibt ihnen Dan Murphys inoffiezielle spassige Namen. Mein Favorit ist auf jeden Fall der "Jaegermeister Man", der viele Flaschen Jaegermeister in sein Einkaufskoerbchen legt, im Kuehlraum verschwindet und sich dort die ganzen Flaschen in den Hosenbund steckt. Die Bilder von ihm sind die Besten! Man koennte meinen, es wuerde eine Umkleidekabine gefilmt. Genauso agiert uebrigens "Mr. Absolut", nur mit Absolut-Vodka eben... Die Legende sagt, dass er mal 20 Flaschen an seinem Koerper rausgeschmuggelt hat!
Und obwohl ich die Entwicklungen auf dieser "Tafel des Grauens" jeden Tag mit Begeisterung verfolge (natuerlich ein gefundenes Fressen fuer die sensationsluesterne Isabelle), bin ich auch Opfer eines dieser Hirnies geworden. Sein Name: Champagne Charlie. Seine Masche: Vor abermillionen Jahren hat Champagne Charlie mal eine sehr teure Flasche Champagner gekauft und tingelt seitdem durch alle Stores, bringt die halbleere Flasche mit, hat sogar schon eine neue aus dem Store in der anderen Hand (welch Dreistigkeit!!!), behauptet die halbvolle Flasche haette Kork und wuenscht einen Umtausch. Bei Dan Murphys gibt es da kein langes Geschwafel, wir tauschen um, auch ohne Kassenbon. Und so bin ich natuerlich voll drauf reingefallen. Naja, das kann jedem passieren und mein Boss hat nur gelacht. Ich glaube der ist haertere sachen gewohnt.
Seitdem bin ich aber sehr auf der Hut und bei jedem verdaechtigen Individuum das den Store betritt, kreische ich hysterisch in unser Lautsprecher-System, sodass es melidioes durch den ganzen Store hallt (ihr kennt diese sexy Durchsage-Stimmen aus dem Supermarkt. In diesen Momenten bin ich KEINE davon;): 'CUSTOMER SERVICE 40 (der DM-Geheimcode fuer: DIEB!!!) in Aisle 2 PLEASE!!!" und schon kommen die ganzen blauen Dan Murphy's-Hemden aus ihren Ecken gekrochen und flitzen wie die Geisteskranken im Laden rum, ueberrennen dabei Senioren und Muetter mit ihren Kindern, schubsen sich gegenseitig aus der Bahn um der Erste zu sein, springen ueber Kartons, erklimmen die Regale, kreischen und johlen wie die Neandertaler um dann schliesslich ganz gemaechlich und langsam an dem potentiellen Dieb vorbei zu schlendern und ihm einen strengen Blick mit hochgezogener Augenbraue zuzuwerfen. Es ist jedesmal wieder ein Schauspiel der Extraklasse!!
"Alte Freunde", die bei uns im Mitarbeiterraum haengen, werden sofort zum Ausgang bugsiert und unsere maennlichen Mitarbeiter (zwischen 19 und 24 jahre alt, so gross und halb so breit wie ich), stehen wie die Kampfhaehne im Zehnerpack am Eingang und werfen dem davon trottelnden Dieb bitterboese Blicke zu. Dann werden noch 5 Minuten lang ein paar boese Kommentare ( "when this guy comes back again, I will....") losgelassen und alle gehen wieder an die Arbeit. Manchmal habe ich das Gefuehl, diese Situationen haben sie alle am liebsten und die Diebe sind engagierte Schauspieler:)

Jaja so gehts zu bei uns. Ich koennte noch ganze Blogs damit fuellen was manchmal so bei Dan Murphy's passiert, aber ich will euch ja nicht langweilen;)

Was gibt es sonst? Ach zum Van: Wir verlieren Oel! nach dieser feststellung hat Frank uns nur den tip gegeben, ein neues Rocker Cover Gas Kit zu kaufen, von dem wir bis heute noch nicht wissen, was es ueberhaupt ist. wir haben es fuer 40 Dollar (!!!) erstanden, Ken hat den Motor aufgemacht (wohlbemerkt: immer noch unwissend fuer was das Ding ueberhaupt gut ist) und hat halt einfach das ersetzt das genauso aussah. Ist das nicht herrlich? So ueberlebt man in einem fremden Land :) Und wir verlieren immer noch Oel, was aber nicht an kens mangelnden Kenntnisse liegt, sondern an anderen hochkomplizierten sachen, bei denen ich spontan taub werde, wenn darueber diskuttiert wird.
Naja wir hoffen sehr wir kriegen keine Probleme damit und ansonsten befolgen wir Franks gut gemeinten Rat: "Always fill in oil and sometimes check the petrol" ;)
Ansonsten ist alles startklar, die Gardinen sind genaeht, das Roof rack angebracht, wir sind von brigitte mit viiieeelen Campinutensilien ausgestattet worden und ken hat mit Frank mal locker aus der Huefte Extrateile an den Kuhfaenger geschweisst, die den Ersatzreifen halten (dazu waren beide mal wieder einen kompletten Tag wie vom erdboden in der Werkstatt verschwunden).
Im Prinzip muss nur alles rein ins auto und los kanns gehen (Bilder von der fertigen Innenausstattung gibt es also bald).

Ein bisschen Sorge habe ich ja schon, aber wenndas Auto kaputt gehen sollte, ich glaube ken baut einfach schnell ein Neues ;)

Gut meine Lieben, ich muss dan jetzt mal los auf die Arbeit. mal sehen welche Diebe uns heute beehren. Donnerstag ist immer ein guter Tag fuer sowas, da kommt so langsam die Wochenend-Alkohol-Gier auf.

See ya later, mates!:)

Montag, 28. April 2008

Nachtrag...

Als besonderes Schmankerl gibt es im Ren und Noel-Ordner noch ein paar tolle Bilder, die Ren mir gerade geschickt hat. Die sind alle bei ihr im Garten entstanden und sie hat alle selbst fotografiert.
Das sind unter anderem ihre inoffiziellen Haustiere ;)

Sonntag, 27. April 2008

Bus(c)hbesuch in Avoca

Gerade sind wir von einem wunderbaren Wochenendtrip zu Renate (die aeltere Schwester von Frank) und Noel zurueck gekommen. Die beiden leben in einem winzigen Staedtchen mit Namen Avoca, dazu dann noch in einer Strasse die Vinoca Road heisst, wohlbemerkt ohne Hausnummer, und das alles ist schon im Bush Australiens und soll mal nicht verwirrend sein.
Wir haben immerhin die normalen zweieinhalb Stunden Fahrtzeit gebraucht und sind mit stolzgeschwellter Brust bei unseren Gastgebern eingefallen, weil wir Franks einzigartige, selbstgemalte Karte richtig interpretiert haben.
Ja es ist schon interessant, man faehrt durch Avoca, dann wieder raus und auf einer ewig langen Strasse bis man dann ankommt und sich wundert, dass weit und breit tatsaechlich nur Schafe und Baume zu sehen sind. Die naechsten Nachbarn sind auf jeden Fall gaaaanz schoen weit weg. Was wahrscheinlich auch schon daran liegt, dass das Grundstueck selbst viele (und ich meine echt viele) Hektar gross ist. Nachts kann man sich mit Sicherheit gut darauf verlaufen, auch weil es ja ausser den Sternen keine besonderen Lichtquellen von anderen Haeusern und Strassenlaternen gibt. Wie gesagt: nur Schafe, und die machen ja eher selten Licht...
Nun ja auf jeden Fall leben Ren und Noel einfach traumhaft schoen. Halloooo, sie haben fuenf Katzen, mehr muss ich ja wohl nicht sagen. Ich war im Paradies!! Hinzu kommt, dass Ren eine unheimlich kreative Frau ist (das liegt echt in der Familie, da muss doch auch irgendwo wenigstens ein kleines Kuenstlergen in mir rumfliegen....;)
und aus ihrem "Garten", oder besser Park, eine Art Kunstaustellung gemacht hat. Sie hat einen Blick fuer gewoehnliche Dinge, die man irgendwie ungewoehnlich in Szene setzen kann. das Ergebnis ist, dass man umherwandelt und all die winzigenm kleinen und absolut erstaunlichen Sachen findet, die man auf den ersten Blick gar nicht wahrnimmt. So findet man z.B. eine schoene Tischbeinkollektion, die eigentlich feuerholz werden sollte, viele in den Wegen eingeklebte Halbedelsteinchen, modellierte Gesichter in Hauswaenden und Schuhe als Blumen"toepfe". Besonders schoen fand ich aauch einen Baum, der leider kaputt gegangen ist; und weil sie ihn noch nicht faellen wollte, hat sie all die Aeste abgeschnitten und einen grossen Traumfaenger daraus gemacht:

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Natuerlich gibt es viele Bilder bei Flickr... da hilft alles beschereiben manchmal nichts, man muss es einfach sehen und selbst dann ist es ja nie so wie in natura.
besonders beeindruckend ist auch, dass Ren sich noch zusaetzlich ein Haus in den Garten gebaut hat, das Rens House. Es ist komplett aus recycelten Dingen hergestellt. Die Waende sind z.B. mit Stroh aus dem eigenen Grundstueck gefuellt. Nur beim Dach hatte sie Hilfe, den Rest hat sie sich alles selbst ausgedacht und umgesetzt. So findet man im fenster z.B. das Saegeblatt eines Maehdreschers als Dekoelement, im Inneren waermt einen ein Ofen aus zwei Bremstrommeln (von einem LKW). In der anderen ecke kann man sich auf wunderschoenen Holzbaenken aus einer Kirche ausruhen. alles was sie finden kann und was andere leute wegwerfen, findet irgendwo seine Verwendung. So z.B. auch die ganzen Schaufensterpuppen, die ueberall draussen stehen. Im haus hat sie z.B. auch einen echt tollen Spiegel, den sie mit halbierten, grundsaetzlich sehr kitschigen, Plastikfruechten beklebt hat. Das Ganze hat sie dann mit einer Farbe angemalt, die "rostig" aussieht und tata hat man einen wunderschoenen Spiegel, den man einem Unwissenden fuer viel Geld verkaufen koennte ;) (und ganz in der Naehe des Spiegels hab ich dann auch noch ganz ueberraschend meinen Papa als kleinen Specki gefunden :)

Picture-126

Kurz nach unserer Ankunft sind wir dann erstmal zum Pferderennen gegangen um dort unser schwerverdientes Geld loszuwerden. Zum Glueck war es nicht allzu viel, weil gewonnen haben wir naemlich mal gar nichts. Der Dago konnte sich auch nicht so recht damit anfreunden und hat deshalb nur einmal gesetzt, verloren, und die Groschen dann lieber in der eigenen Tasche gelassen. Aber es war ein schoener Nachmittag und richtig gemuetlich mit einer Band und vielen Essensstaenden.

Zuhause hatte Noel dann auch schon bald das Essen fertig und wir haben bis lange in die Nacht gequatscht. Und nur so viel sei gesagt: den besten Whiskey den wir je getrunken haben, gibt es nur bei Ren und Noel;)
Auf jeden Fall sind wir dann auch bald zu Bett geschwankt und ich dachte eigentlich, ein Stadtmaedchen das ich bin, ich koennte niiieeemals einschlafen, denn es gibt keine Zauene, keine Schloesser, alles ist offen und frei und jeder kann prinzipiell einfach mal reinkommen und Hallo sagen. Aber ich habe geschlafen wie ein Stein; da draussen ist naemlich die absolute, perfekte Stille. Es ist beinahe schon gespenstisch, kein Auto (denn es gibt laut Ren nur fuenf am Tag), keine Flugzeuge, Zuege oder sonstiges laermmachendes Zeug.
Wir sind nur kurz am Morgen wach geworden, weil das Opposum, welches im Dach des Gaestehauses lebt, von einer durchzechten Nacht nach Hause gekommen sein muss und ziemlich laut im Gebaelk rumgewurschtelt hat.

Am naechsten tag haben wir dann einen kleinen Ausflaug nach Maldon gemacht. Auf dem Weg dorthin haben wir schon fast einen Schwarm weiss-pinkfarbener Kakadus platt gefahren, die direkt vor unserer Windschutzscheibe entlang geflogen sind; sie waeren fast unser erstes Roadkill geworden (was ich wegen ihrer wundervollen Pinkheit ganz besonders bedauert haette!!)
Maldon selbst ist eine kleine historische Stadt, die eine zeitlang viele Goldgraeber beherbergt hat, und heute einfach nur noch huebsch anzusehen ist. Allerdings teilten wir dieses Vergnuegen mit sage und schreibe 300 Bikern, die eine Tour machten und ausgerechnet in Maldon ihren Lunch hatten. Also war es leider nicht ganz so romantisch und idylllisch wie gedacht, aber immer noch sehr nett!
In diesem ort existieren noch genau diese Tante Emmalaeden, die es vor vielen vielen Jahren auch noch bei uns gegeben hat und es ist einfach total nostalgisch.

Nach unserer Rueckkehr gabs auch bald Abendessen, Noel hat ganz lecker thailaendisch gekocht und dann wurden wir auch schon bald von einem Schwarm wildgewordener Riesennachtfalter attakiert, die ausgerechnet an diesem Tag aus ihren Erdloechern geschluepft waren und in ihren 2 Lebenstagen nichts Besseres zu tun haben als jede Lichtquelle anzubeten, die sie finden koennen. Die Katzen haben waehrenddessen nichts besseres zu tun als draussen vor den fensterscheiben rumzuhaengen und sie nach und nach genuesslich zu verspeisen. Es war wirklich ein grausames Schauspiel ;)
Auf jeden Fall sind Hitchcocks Voegel mal gar nichts gegen diese Nachtfalter. Sie knallen mit einer Wucht gegen das fenster, dass es einem beinahe Angst macht und sie sind so gross, dass sie halt auch einen ordentlichen Laerm machen!

Picture-180

Allerdings sind diese Zeitgenossen doch um einiges schoener anzusehen als die Spinnen, die es dort so gibt. Wirklich gross, schwarz, haesslich, ekelhaft und zum groessten Teil sehr giftig. Also man sollte einer Redback- oder Whitetail-Spinne auf keinen Fall zu Nahe kommen, Ren und Noel haben beide schon sehr schlechte Erfahrungen gemacht.
Ich werde vor unseren deutschen Pups-Spinnen nach unserer Rueckkehr jedenfalls keine grose Angst mehr haben.
An diesem Abend haben wir auch noch sehr schoene Lieder von Noel gehoert. Er war naemlich ein echt bekannter Saenger in Australien und hat seine eigenen Songs komponiert. Er hat schon wenn er normal spricht eine sehr angenehme Stimme, wenn er singt ist es einfach nur toll. Wir haben es sehr genossen seine CDs zu hoeren, auch wenn er anfangs ein wenig zuruckhaltend damit war.

Aber nochmal zum Thema Spinnen: Als wir in dieser Nacht in voelligster Dunkelheit zu unserem Gaestehaus gelaufen sind und dann in ein bischen Licht davor standen, hat Ken nur ganz komisch an meinen beinen runtergeguckt und gemient: "oh Isi warte mal...." In einem Anfall von purer Todesangst, gemischt mit dem Gefuehl von Ekel in Reinform, habe ich einen echt bescheuerten stakkatoartigen Stampftanz hingelegt, aber in vollkommener Stille muss hinzugefuegt werden, kein Laut hat meine Kehle verlassen.
Bei genauerem Hinsehen, haben wir dann festgestellt, dass es nur ein Wasserfleck auf meiner Hose gewesen war und ich deshalb beinahe sinnlos an einer Herzattacke verendet waere.
Ken hatte jedenfalls einen 10minuetigen Lachkrampf und meinte ich haette ausgesehen wie ein Stinktier, dass im Angesicht des Feindes wie wild anfaengt mit den Hinterbeinen zu trampeln um die Stinkdruesen anzuregen.
Naja ich weiss ja nicht :)))

Alles in allem war es ein echtes Abenteuer und Erlebnis und wir haben beide glaube ich noch nie so einen faszinierenden Ort gesehen. Auf jeden Fall sind wir sehr erholt und mit neuer Kraft nach Melbourne zurueck gekehrt, um morgen auch wieder brav zur Arbeit zu gehen. Noel hat uns neben einer riesigen Monsterbatterie fuer unseren Van auch noch viele gute Ideen und Tips mitgegeben, die uns unseren Trip noch besser und leichter machen werden, er ist auch so ein richtiger Tueftler.
Ich denke Ken wird die naechsten Tage wieder in der Werkstatt verschollen sein ;)
So jetzt bin ich auch ganz schoen muede und werde mal unser oppossumfreies Zimmer aufsuchen.
Bis ganz bald
isi und Ken

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