Dienstag, 26. August 2008

SYDNEY

Wir haben es geschafft, wir sind in Sydney!
Kurzzeitig hatten wir wirklich Zweifel daran, denn als wir vor ein paar Tagen in diese Richtung aufgebrochen sind, haben wir uns zum ersten Mal seit Beginn unserer Tour echt so richtig verfranst. Bei Dunkelheit, Regen und Kaelte sah alles gleich aus, wir waren schon wieder einige Stunden unterwegs, Ken hat schon wieder mehr wie ein Fragezeichen gesessen vom vielen Fahren und mein Hirn war vom Kartenlesen matschig.
Naja wir sind dann ewig im Nirgendwo rumgegurkt, bis wir ein kleines Pupskaff gefunden haben, dass tatsaechlich einen caravanpark besass.
Zwar mussten wir die arme Besitzerin mehr oder weniger aus dem Bett klingeln (hey, auf dem Klingelschild stand "ring in emergency, und das waren wir definitiv;) und sie hat nach einem kurzen Blick in mein gestresstes und erfrorenes Gesicht sofort einen Stellplatz fuer uns gehabt und den auch nur fuer 10 Dollar (wir muessen wirklich extrem armselig ausgesehen haben)
Nach einer entspannenden Nacht wurden wir dann von einem Schwarm Rainbow Lorikeets auf Trapp gehalten, die hier rumkrakeelen wie deutsche Spatzen und mindestens genauso frech sind. Dieser Schwarm war naemlich auf der Suche nach Fruehstueck und einige haben sich einfach selbst bedient, indem sie auf mir gelandet sind und herzhaft in mein Broetchen gebissen haben. Ich bin bei dieser Attacke natuerlich erstmal zu Tode erschrocken und als ich schon so langsam den ganzen Arm voller Vogelgetier hatte, hab ich auch ein bischen Panik bekommen - Hitchcock laesst gruessen!
Aber das sind wirklich prachtvolle Burschen und wir haben so viele tolle Fotos mit ihnen gemacht, die leider alle weg sind. Mein Fotochip spinnt im Moment ziemlich rum und hat ein paar fein ausgewaehlte Sachen einfach geloescht. Aber uns ist ein schoenes Video mit den Lorikeets erhalten geblieben (man beachte auch bitte den Statisten im Hintergrund;)



Nunja, dann sind wir jedenfalls nach zwei Stunden Fahrt endlich erfolgreich in Sydney einmarschiert und was soll ich sagen: eine tolle Stadt. Besonders die Oper hat es uns angetan und es ist wie beim Uluru; man hoert und sieht so viel, aber es ist ein wahnsinns Gefuehl wenn man wirklich selbst davor steht. Wr haben sie wirklich von allen seiten und aus allen Winkeln fotografiert (es haette nur noch von oben und unten gefehlt): Sie ist einfach phantastisch!
Auf jeden Fall sind wir in den letzten 3 tagen gefuehlte 80 Kilometer gelaufen, weil wir natuerlich so viel wie moeglich sehen wollten und auch erstmal zwei Tage gebraucht haben um die oeffentlichen Verkehrsmittel zu durchschauen.
Fuer die Naechte haben wir uns mal was gegoennt und haben uns (unwissenderweise) im Naherholungsgebiet von Sydney mit Namen Manly in ein Hostel eingebucht. Aus diesem Grund musste Ken allerdings chamaeleonmaessig zwei mal am Tag seine Gesichtsfarbe in gruen aendern, weil wir naemlich eine 30-minuetige Faehrenfahrt auf uns nehmen mussten um direkt nach Sydney zu kommen. Aber er hat immer die Contenance bewahrt und es gibt keine peinlichen Berichte zu verzeichnen;)
Manly ist auf jeden Fall ein wirklich schoener Ort fuer einen Erholungsuerlaub und wir haben heute einige Stunden am Strand gesessen und den Surfern zugeschaut, die sich mit den ziemlich fiesen Wellen rumgeschlagen haben. (Der diensthabende Lifeguard hat deswegen sogar alle Schwimmer as dem wasser gerufen...die Surfer sind dann natuerlich erst recht reingerannt;) Das war echt besser wie Fernsehen (was sich die restlichen paarhundert anderen Menschen wohl auch gedacht haben, die an der Promenade sassen) Anderen beim Sport zuschauen ist doch was Schoenes! Mal ganz davon abgesehen ist das Wasser hier auch noch ziemlich kalt, wie gesagt es ist ja Winter, bzw. jetzt beginnt so langsam der Fruehling und die Baeume fangen an zu knospen. Deshalb haben wir in Sydney auch einen grossen Spaziergang im Botanischen Garten unternommen und dort sogar eine kostenlose Fuehrung bekommen. Jaaaa, Sydney kuemmert sich um seine Touristen:)
Wo uns unser Weg auch immer wieder hingefuehrt hat, war Chinatown. Die haben einfach so wunderbar kitschige Laeden und Ken ist glueckselig von einem Asiasupermarkt in den andern gestolpert. Und weil er so langsam auch aussah wie Raueber Hotzenplotz und darauf bestanden hat nur einen asiatischen Friseur an sein kostbares Haar zu lassen, hatte ich die hochehrenvolle Aufgabe einen solchen aus den hunderten auszussuchen. Natuerlich hat der den Zuschlag bekommen, dessen Salon pink gekachelt war. Und Ken ist hochzufrieden mit seiner neuen Frisur, puh Glueck gehabt!

All das stundenlange Rumgelatsche und -gestehe hat aber doch noch seinen Tribut gefordert, denn als ich heute morgen aufstehen wollte, ging es einfach nicht. Meine linke Schulter war ein einziger Schmerz und ich habe 5 Minuten gebraucht um ueberhaupt in die Sitzposition zu gelangen (was auch nicht gerade eine tolle Idee war). Ich habe dann schnell selbst einen Hexenschuss diagnostiziert und musste teilweise sogar von Ken angezogen werden. Durchs Zahneputzen hat sich aber irgendwas gelockert (fragt mich nicht, scheinbar war diese Ruettelbewegung irgendwie hilfreich) und ich konnte mich wieder etwas besser bewegen. Scheinbar doch kein Hexenschuss, sondern nur ein "Spastischer Schiefhals". So heisst das, das ist der wunderbare Fachausdruck dafuer (ich bin etwas anfaellig dafuer und mein Arzt hat mir diesen Ausdruck schon oft um die Ohren geschlagen:)))
Auf jeden Fall bewege ich mich jetzt sehr koeniglich und winke hin auch wieder majestaetisch.

Ihr seht es wird Zeit zuruck zu kommen, das Zigeunerleben tut dem Koerper nicht gut;)
So wir stuerzen uns jetzt noch ein wenig ins abendliche Sydney, ist unser letzter Abend hier.
Bis bald
isi und ken

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